Zechenstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Alte Zechenmauer von Königsborn 3/4 (Bönen-Altenbö…
Denkmalgeschützter Förderturm der ehem. Zeche Köni…
Zeche Königsborn 3/4, Förderturm des ehem. Schacht…
Ehemalige Zeche Königsborn 3/4 (Bönen-Altenbögge)…
Zeche Königsborn 3/4, Position von Schacht 3 (Böne…
Ehem. Gelände der Kokerei Königsborn (Bönen-Altenb…
Zechenstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Mittelstraße, Zechensiedlung (Bönen-Altenbögge) /…
Zechenstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Nordstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Nordstraße, Zechensiedlung (Bönen-Altenbögge) / 25…
Zechenstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Zechenstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Bahnhofstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Bahnhofstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Steinstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Bahnhofstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Adalbertstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Bahnhofstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Auf dem Holtfeld (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Marktplatz (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Bahnhofstraße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Bahnstrecke Hagen–Hamm (Bönen-Altenbögge) / 25.11.…
Bahnstrecke Hagen–Hamm (Bönen-Altenbögge) / 25.11.…
Schwarzer Weg, Bahnübergang (Bönen-Altenbögge) / 2…
Weg neben der Bahnstrecke (Bönen-Altenbögge) / 25.…
Verwilderter Parkplatz der ehem. Zeche Königsborn…
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Blick auf den Förderturm der ehemaligen Zeche Köni…
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Entwässerungsgraben am Schwarzen Weg (Bönen-Altenb…
Entwässerungsgraben am Schwarzen Weg (Bönen-Altenb…
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Schwarzer Weg (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Hammer Straße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Hammer Straße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Hammer Straße (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017
Renaturierte Seseke (Kamen-Heeren-Werve) / 25.11.2…
Werver Mark (Kamen-Heeren-Werve) / 25.11.2017
Werver Platz (Kamen-Heeren-Werve) / 25.11.2017
Location
Lat, Lng:
You can copy the above to your favourite mapping app.
Address: unknown
You can copy the above to your favourite mapping app.
Address: unknown
Keywords
Authorizations, license
-
Visible by: Everyone -
All rights reserved
- Photo replaced on 05 Mar 2018
-
418 visits
Zeche Königsborn 3/4, Förderturm über dem ehem. Schacht 4 (Bönen-Altenbögge) / 25.11.2017


Die Anfänge der Zeche Königsborn lagen nördlich von Unna in der staatlichen Saline Königsborn, welche vor allem 1799 durch den Einsatz der ersten Dampfmaschine des Ruhrgebiets (zur Salzsoleförderung) bekannt wurde. Bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es dort nur Salzgewinnung in alter Tradition. 1801 stieß man bei Solebohrungen nahe der Saline zufällig auf ein Steinkohlenflöz in ca. 145 m Tiefe. Zwar wurde kurz darauf eine Mutung eingelegt, allerdings untersagte der preußische Staat das Niederbringen von Schächten zur Kohlenförderung. Man befürchtete nämlich durch das dafür notwendige Abpumpen des Grubenwassers negative Auswirkungen auf die wertvollen Solequellen.
Erst im Jahr 1865 wurde dieses Verbot durch das zeitgleich in Kraft getretene allgemeine Berggesetz aufgehoben. Nachdem direkt mehrere Grubenfelder in der Umgebung verliehen worden sind, erwarb 1872 ein privates Konsortium unter der Leitung des Essener Kaufmanns Friedrich Grillo die Saline Königsborn sowie die Steinkohlenberechtsame, die im darauffolgenden Jahr zur "Gewerkschaft Königsborn" vereinigt wurde. 1874 begann man schließlich an der heutigen Wilhelminenstraße in Unna mit dem Abteufen des Schachtes 1, die erste Kohle konnte sechs Jahre später gefördert werden. 1885 betrug die Förderung bereits über 57.000 t bei einer Belegschaft von 231 Mann. Der Abbau der Kohle erstreckte sich hauptsächlich nach Nordosten, und so wurden 1887 die Teufarbeiten für den Schacht 2 (später Königsborn 2/5 ) in Kamen-Heeren-Werve aufgenommen. Beide Schächte wurden Ende der 1880er Jahre miteinander verbunden.
Die Ausdehnung des Grubenfeldes Königsborn ging allerdings weiter. Durch Mutungsbohrungen wurden reiche Kohlenvorräte weiter nördlich und nordöstlich unter Bramey und Lenningsen festgestellt. Man entschloss sich, in diesem Bereich die Abbaurechte für etwas mehr als 24 Hektar Land zu erwerben. So erhielten die betroffenen Landwirte eine Summe von 236.000 Reichsmark. Im Juni 1899 begann das Abteufen des Schachtes 3 in Altenbögge. Hier war ein idealer Standort: die direkt östlich verlaufende Eisenbahnstrecke Hagen–Hamm zum Abtransport der Kohle und als Zulieferer für Grubenholz, die Nähe der Seseke als Lieferant für Wasser und gleichzeitig auch die Entsorgung der Grubenwässer. Außerdem lagen die Flöze hier abbaumäßig sehr günstig. 1901, als in Schacht 3 die Förderung begann und hier eine Kokerei mit 50 Öfen den Betrieb aufnahm, wurde direkt daneben der Schacht 4 niedergebracht. Schon im Jahr darauf erreichte man die die 2. Sohle, und damit ging der Schacht, mit einem Grubenlüfter versehen, als ausziehend in Betrieb. So entstand die Schachtanlage Königsborn 3/4, die aus der damaligen Bauernschaft Altenbögge eine für das Ruhrgebiet typische Bergarbeitergemeinde machte. Die Gemeinde half bei der Versorgung der Arbeitskräfte, die bald überall angeworben wurden, und die Einwohnerzahlen stiegen rasch in die Höhe.
1904 wurde der Schacht 1 stillgelegt und zum Wetterschacht umfunktioniert. Dieser bildete fortan mit dem Schacht 2, die zur neuen Hauptanlage ausgebaut wurde, eine Betriebsabteilung. Im Jahr 1906 kamen auf der Zeche Königsborn zur Kohlengewinnung erstmalig im Ruhrbergbau druckluftbetriebene Abbauhämmer zum Einsatz. Ein eigenes Kabel zum Kraftwerk auf Königsborn 2 versorgte ab 1911 die Anlage 3/4 mit elektrischem Strom. In den darauffolgenden Jahren vergrößerte sich die Berechtsame der Zeche Königsborn nach dem Erwerb weiterer Feldesteile auf eine Fläche von rund 54 m². 1923 wurde das Bergwerk von der Klöckner-Werke AG übernommen, zu der auch andere Zeche im östlichen Ruhrgebiet gehörten. Im Jahr darauf ging auf Königsborn 3/4 eine moderne Kokerei mit Nebengewinnungsanlagen in Betrieb, welche die veraltete Kokerei bei Schacht 2 ersetzen sollte. Auch erfolgte gegen Ende der 20er Jahre ein umfassender Ausbau der Förderanlage von Schacht 4, die Kohlenförderung steigerte sich schließlich auf 1,3 Millionen t (4024 Mann Belegschaft). Im Jahr 1933 wurde auf der 4. Sohle eine untertägige Verbindung zwischen den Betriebsbereichen Königsborn 2 und Königsborn 3/4 erstellt.
1943, in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, nahm man neben Schacht 2 den neuen Schacht 5 in Betrieb, nachdem Teufversuche für diesen Schacht in den Jahren 1913 und 1930 zunächst scheiterten. Die Anlage 3/4 erlitt zu dieser Zeit durch Bombenangriffe schwere Kriegsschäden, die nur mit Mühe beseitigt werden konnten. Als 1950 im Ostfeld nahe des Dorfes Flierich ein weiterer Wetterschacht, Schacht 6, niedergebracht wurde, ließ man vier Jahre später den Schacht 5 zum Hauptförderschacht umbauen. Dieser übernahm fortan die gesamte Kohlenförderung aus dem Bereich Königsborn 2/5, was aber nur für zehn Jahre Bestand hatte. Denn aus Rationalisierungsgründen erfolgte 1964 die Fördereinstellung auf der Schachtanlage 2/5, alle Kohlen aus dem umfangreichen Grubenfeld wurden von nun an auf Königsborn 3/4 zu Tage gehoben. Schacht 1 und Schacht 2 sind 1966-69 verfüllt worden. Durch die Zentralisierung der Förderung musste die Schachtanlage 3/4 neu gestaltet und vergrößert werden. So wurde u.a. der Zechenbahnhof umgebaut und die Kohlenwäsche neu errichtet. Schacht 4 erhielt außerdem eine leistungsstärkere Fördermaschine. Damit stieg die Jahresfördermenge auf knap 1,7 Millionen t, und Ende der 60er Jahre wurde die Zeche in die neugegründete Ruhrkohle AG (RAG) eingegliedert. 1970 drang der Bergbau auf Königsborn schließlich auch in den Hammer Stadtgebiet vor, als das weiter nördlich gelegene Baufeld Monopol III erworben wurde. Zur Erschließung dieses neuen Abbaubereiches, auf das sich die Zeche in Zukunft konzentrierte, wurde dort 1971 mit dem Teufen des Schachtes 7 begonnen, der ab 1973 die verbrauchten Wetter abführte. Auch wurde im Jahr darauf der stillgelegte Schacht Werne 3 in Bergkamen übernommen, somit waren auf Königsborn insgesamt noch immer sechs Schächte vorhanden.
Trotz der vielen technichen Fortschritte kam es zu einem langsamen Sterben der Zeche Königsborn, das 1977 mit der Stilllegung der Kokerei auf der Anlage 3/4 seinen Anfang nahm. Der Abbau im Altfeld ist kurz darauf eingestellt worden, und 1978 bildete das Bergwerk mit der benachbarten Zeche Heinrich Robert einen Verbund. In diesem Zusammenhang wurde Schacht 7 mit dem Monopol-III-Feld abgegeben, und er blieb – unter der Bezeichnung "Schacht Lerche" – noch über 30 Jahre lang in Betrieb. 1979 kam dann von der RAG der Beschluss, die Zeche Königsborn als Förderstandort nachfolgend aufzugeben, unter Übernahme eines Großteils der Belegschaft (knapp 2000 Mann) durch die Zeche Heinrich Robert. Im selben Jahr wurden die Schächte 5 und 6 verfüllt, Schacht Werne 3 ist an die Bergkamener Zeche Neu-Monopol abgegeben worden. So blieben auf Königsborn nur noch die Schächte 3 und 4 in Bönen-Altenbögge übrig. Die letzten bekannten Förderzahlen stammen von 1980, es sind rund 980.000 t Kohle gefördert worden.
Am 15. Mai 1980 wurde mit der letzten Förderschicht die Zeche Königsborn endgültig stillgelegt, womit Bönen seinen größten Arbeitgeber verlor. Die Verfüllung von Schacht 3 erfolgte 1983. Schacht 4 blieb aber noch langfristig für die Wasserhaltung offen, da die Pumpenkapazität auf der Zeche Heinrich Robert nicht ausreichte, das Feld Königsborn zusätzlich trocken zu halten. Erst 1997 ist der Schacht 4 verfüllt worden, nachdem im Rahmen der geplanten Renaturierung der Seseke (zu der man die Grubenwässer bis dahin einleitete) die untertägige Verbindung nach Heinrich Robert mit einem Hochdruck-Wasserdamm verschlossen wurde.
Nach der Stilllegung wurden die Tagesanlagen auf Königsborn 3/4 nahezu restlos abgebrochen. Einer Initiative von 35 Bönener Bürgern, die Ende der 1990er Jahre einen Förderverein gründeten, ist es aber zu verdanken, dass der markante Förderturm über Schacht 4 von der Abrissbirne verschont geblieben ist. Der Turm wurde zwischen 1924 und 1929 von Alfred Fischer, einem der bekanntesten Industrie-Architekten im Ruhrgebiet, erbaut worden und gilt als bedeutendes Dokument der architekturgeschichtlichen Entwicklung im Industriebau der 1920er Jahre. Er verkörpert den Übergang zum Funktionalismus und wurde zum Vorbild der meisten modernen Fördertürme. Über Treppen im Innenraum ist der Turm bis zu 55 m Höhe begehbar und bietet einen eindrucksvollen Blick über die Hellweg-Region und das östliche Ruhrgebiet. Betrieben wird das Industriedenkmal seit 2003 von einer Bürgerstiftung, die von der Gemeinde Bönen, örtlichen Unternehmen und dem Städte-Netzwerk NRW unterstützt wird.
Seit 1999 ist der Turm als "Ostpol" auch Teil des Kunstprojektes "Yellow Marker" des Licht-Künstlers Mischa Kuball. Zusammen mit seinem westlichen Pendant, dem Förderturm der Zeche Rossenray in Kamp-Lintfort am Niederrhein ("Westpol"), definiert der Künstler die 80 km voneinander entfernt liegenden Fördertürme als "Leuchttürme" mit weithin sichtbaren Positionsleuchten (bestehend aus zwei Lichtröhren) und bildet so die westliche und östliche Grenze des Ballungsraumes Ruhrgebiet bzw. der RIK-Themenroute "Panoramen und Landmarken". Die vertikal installierten Leuchten beider Türme enden auf 140 m über NN, so dass die von Königsborn 71 m vom Boden ragen.
Translate into English
Erst im Jahr 1865 wurde dieses Verbot durch das zeitgleich in Kraft getretene allgemeine Berggesetz aufgehoben. Nachdem direkt mehrere Grubenfelder in der Umgebung verliehen worden sind, erwarb 1872 ein privates Konsortium unter der Leitung des Essener Kaufmanns Friedrich Grillo die Saline Königsborn sowie die Steinkohlenberechtsame, die im darauffolgenden Jahr zur "Gewerkschaft Königsborn" vereinigt wurde. 1874 begann man schließlich an der heutigen Wilhelminenstraße in Unna mit dem Abteufen des Schachtes 1, die erste Kohle konnte sechs Jahre später gefördert werden. 1885 betrug die Förderung bereits über 57.000 t bei einer Belegschaft von 231 Mann. Der Abbau der Kohle erstreckte sich hauptsächlich nach Nordosten, und so wurden 1887 die Teufarbeiten für den Schacht 2 (später Königsborn 2/5 ) in Kamen-Heeren-Werve aufgenommen. Beide Schächte wurden Ende der 1880er Jahre miteinander verbunden.
Die Ausdehnung des Grubenfeldes Königsborn ging allerdings weiter. Durch Mutungsbohrungen wurden reiche Kohlenvorräte weiter nördlich und nordöstlich unter Bramey und Lenningsen festgestellt. Man entschloss sich, in diesem Bereich die Abbaurechte für etwas mehr als 24 Hektar Land zu erwerben. So erhielten die betroffenen Landwirte eine Summe von 236.000 Reichsmark. Im Juni 1899 begann das Abteufen des Schachtes 3 in Altenbögge. Hier war ein idealer Standort: die direkt östlich verlaufende Eisenbahnstrecke Hagen–Hamm zum Abtransport der Kohle und als Zulieferer für Grubenholz, die Nähe der Seseke als Lieferant für Wasser und gleichzeitig auch die Entsorgung der Grubenwässer. Außerdem lagen die Flöze hier abbaumäßig sehr günstig. 1901, als in Schacht 3 die Förderung begann und hier eine Kokerei mit 50 Öfen den Betrieb aufnahm, wurde direkt daneben der Schacht 4 niedergebracht. Schon im Jahr darauf erreichte man die die 2. Sohle, und damit ging der Schacht, mit einem Grubenlüfter versehen, als ausziehend in Betrieb. So entstand die Schachtanlage Königsborn 3/4, die aus der damaligen Bauernschaft Altenbögge eine für das Ruhrgebiet typische Bergarbeitergemeinde machte. Die Gemeinde half bei der Versorgung der Arbeitskräfte, die bald überall angeworben wurden, und die Einwohnerzahlen stiegen rasch in die Höhe.
1904 wurde der Schacht 1 stillgelegt und zum Wetterschacht umfunktioniert. Dieser bildete fortan mit dem Schacht 2, die zur neuen Hauptanlage ausgebaut wurde, eine Betriebsabteilung. Im Jahr 1906 kamen auf der Zeche Königsborn zur Kohlengewinnung erstmalig im Ruhrbergbau druckluftbetriebene Abbauhämmer zum Einsatz. Ein eigenes Kabel zum Kraftwerk auf Königsborn 2 versorgte ab 1911 die Anlage 3/4 mit elektrischem Strom. In den darauffolgenden Jahren vergrößerte sich die Berechtsame der Zeche Königsborn nach dem Erwerb weiterer Feldesteile auf eine Fläche von rund 54 m². 1923 wurde das Bergwerk von der Klöckner-Werke AG übernommen, zu der auch andere Zeche im östlichen Ruhrgebiet gehörten. Im Jahr darauf ging auf Königsborn 3/4 eine moderne Kokerei mit Nebengewinnungsanlagen in Betrieb, welche die veraltete Kokerei bei Schacht 2 ersetzen sollte. Auch erfolgte gegen Ende der 20er Jahre ein umfassender Ausbau der Förderanlage von Schacht 4, die Kohlenförderung steigerte sich schließlich auf 1,3 Millionen t (4024 Mann Belegschaft). Im Jahr 1933 wurde auf der 4. Sohle eine untertägige Verbindung zwischen den Betriebsbereichen Königsborn 2 und Königsborn 3/4 erstellt.
1943, in der Zeit des Zweiten Weltkrieges, nahm man neben Schacht 2 den neuen Schacht 5 in Betrieb, nachdem Teufversuche für diesen Schacht in den Jahren 1913 und 1930 zunächst scheiterten. Die Anlage 3/4 erlitt zu dieser Zeit durch Bombenangriffe schwere Kriegsschäden, die nur mit Mühe beseitigt werden konnten. Als 1950 im Ostfeld nahe des Dorfes Flierich ein weiterer Wetterschacht, Schacht 6, niedergebracht wurde, ließ man vier Jahre später den Schacht 5 zum Hauptförderschacht umbauen. Dieser übernahm fortan die gesamte Kohlenförderung aus dem Bereich Königsborn 2/5, was aber nur für zehn Jahre Bestand hatte. Denn aus Rationalisierungsgründen erfolgte 1964 die Fördereinstellung auf der Schachtanlage 2/5, alle Kohlen aus dem umfangreichen Grubenfeld wurden von nun an auf Königsborn 3/4 zu Tage gehoben. Schacht 1 und Schacht 2 sind 1966-69 verfüllt worden. Durch die Zentralisierung der Förderung musste die Schachtanlage 3/4 neu gestaltet und vergrößert werden. So wurde u.a. der Zechenbahnhof umgebaut und die Kohlenwäsche neu errichtet. Schacht 4 erhielt außerdem eine leistungsstärkere Fördermaschine. Damit stieg die Jahresfördermenge auf knap 1,7 Millionen t, und Ende der 60er Jahre wurde die Zeche in die neugegründete Ruhrkohle AG (RAG) eingegliedert. 1970 drang der Bergbau auf Königsborn schließlich auch in den Hammer Stadtgebiet vor, als das weiter nördlich gelegene Baufeld Monopol III erworben wurde. Zur Erschließung dieses neuen Abbaubereiches, auf das sich die Zeche in Zukunft konzentrierte, wurde dort 1971 mit dem Teufen des Schachtes 7 begonnen, der ab 1973 die verbrauchten Wetter abführte. Auch wurde im Jahr darauf der stillgelegte Schacht Werne 3 in Bergkamen übernommen, somit waren auf Königsborn insgesamt noch immer sechs Schächte vorhanden.
Trotz der vielen technichen Fortschritte kam es zu einem langsamen Sterben der Zeche Königsborn, das 1977 mit der Stilllegung der Kokerei auf der Anlage 3/4 seinen Anfang nahm. Der Abbau im Altfeld ist kurz darauf eingestellt worden, und 1978 bildete das Bergwerk mit der benachbarten Zeche Heinrich Robert einen Verbund. In diesem Zusammenhang wurde Schacht 7 mit dem Monopol-III-Feld abgegeben, und er blieb – unter der Bezeichnung "Schacht Lerche" – noch über 30 Jahre lang in Betrieb. 1979 kam dann von der RAG der Beschluss, die Zeche Königsborn als Förderstandort nachfolgend aufzugeben, unter Übernahme eines Großteils der Belegschaft (knapp 2000 Mann) durch die Zeche Heinrich Robert. Im selben Jahr wurden die Schächte 5 und 6 verfüllt, Schacht Werne 3 ist an die Bergkamener Zeche Neu-Monopol abgegeben worden. So blieben auf Königsborn nur noch die Schächte 3 und 4 in Bönen-Altenbögge übrig. Die letzten bekannten Förderzahlen stammen von 1980, es sind rund 980.000 t Kohle gefördert worden.
Am 15. Mai 1980 wurde mit der letzten Förderschicht die Zeche Königsborn endgültig stillgelegt, womit Bönen seinen größten Arbeitgeber verlor. Die Verfüllung von Schacht 3 erfolgte 1983. Schacht 4 blieb aber noch langfristig für die Wasserhaltung offen, da die Pumpenkapazität auf der Zeche Heinrich Robert nicht ausreichte, das Feld Königsborn zusätzlich trocken zu halten. Erst 1997 ist der Schacht 4 verfüllt worden, nachdem im Rahmen der geplanten Renaturierung der Seseke (zu der man die Grubenwässer bis dahin einleitete) die untertägige Verbindung nach Heinrich Robert mit einem Hochdruck-Wasserdamm verschlossen wurde.
Nach der Stilllegung wurden die Tagesanlagen auf Königsborn 3/4 nahezu restlos abgebrochen. Einer Initiative von 35 Bönener Bürgern, die Ende der 1990er Jahre einen Förderverein gründeten, ist es aber zu verdanken, dass der markante Förderturm über Schacht 4 von der Abrissbirne verschont geblieben ist. Der Turm wurde zwischen 1924 und 1929 von Alfred Fischer, einem der bekanntesten Industrie-Architekten im Ruhrgebiet, erbaut worden und gilt als bedeutendes Dokument der architekturgeschichtlichen Entwicklung im Industriebau der 1920er Jahre. Er verkörpert den Übergang zum Funktionalismus und wurde zum Vorbild der meisten modernen Fördertürme. Über Treppen im Innenraum ist der Turm bis zu 55 m Höhe begehbar und bietet einen eindrucksvollen Blick über die Hellweg-Region und das östliche Ruhrgebiet. Betrieben wird das Industriedenkmal seit 2003 von einer Bürgerstiftung, die von der Gemeinde Bönen, örtlichen Unternehmen und dem Städte-Netzwerk NRW unterstützt wird.
Seit 1999 ist der Turm als "Ostpol" auch Teil des Kunstprojektes "Yellow Marker" des Licht-Künstlers Mischa Kuball. Zusammen mit seinem westlichen Pendant, dem Förderturm der Zeche Rossenray in Kamp-Lintfort am Niederrhein ("Westpol"), definiert der Künstler die 80 km voneinander entfernt liegenden Fördertürme als "Leuchttürme" mit weithin sichtbaren Positionsleuchten (bestehend aus zwei Lichtröhren) und bildet so die westliche und östliche Grenze des Ballungsraumes Ruhrgebiet bzw. der RIK-Themenroute "Panoramen und Landmarken". Die vertikal installierten Leuchten beider Türme enden auf 140 m über NN, so dass die von Königsborn 71 m vom Boden ragen.
- Keyboard shortcuts:
Jump to top
RSS feed- Latest comments - Subscribe to the comment feeds of this photo
- ipernity © 2007-2025
- Help & Contact
|
Club news
|
About ipernity
|
History |
ipernity Club & Prices |
Guide of good conduct
Donate | Group guidelines | Privacy policy | Terms of use | Statutes | In memoria -
Facebook
Twitter
Sign-in to write a comment.