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Posted: 25 Jan 2017


Taken: 10 Dec 2016

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Ruhrgebiet
Bochum
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Ehemaliger Straßenbahn-Betriebshof der BOGESTRA (Bochum-Hiltrop) / 10.12.2016

Ehemaliger Straßenbahn-Betriebshof der BOGESTRA (Bochum-Hiltrop) / 10.12.2016
Der alte Straßenbahn-Betriebshof am Castroper Hellweg verdankt seine Entstehung einem Rechtsstreit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die aufstrebende Zeche Lothringen benötigte für ihre wachsende Belegschaft dringend eine Nahverkehrsverbindung nach Bochum. Die Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn AG (BOGESTRA, ge- gründet 1896), damals noch im Besitz des Berliner Elektrokonzerns Siemens & Hals- ke AG, wollte wegen zu hoher finanzieller Ansprüche der Stadt Bochum die geplante Straßenbahnlinie nicht bauen. Die Stadt Bochum durfte nicht wegen des Straßenbahnmonopols, das sie der BOGESTRA eingeräumt hatte. So gründeten schließlich die damals noch eigenständigen Gemeinden Gerthe und Harpen am 6. Dezember 1907 die Kleinbahn Bochum-Gerthe-Harpen GmbH mit Sitz in Gerthe und erhielten die Konzession für eine Straßenbahnlinie von Gerthe (Castroper Hellweg) zum heutigen Hauptbahnhof Bochum mit einem Abzweig nach Harpen (Harpener Hellweg).

1908 wurde die erste viergleisige Wagenhalle auf dem heutigen Gelände dem Betrieb übergeben. Bereits im darauffolgenden Jahr trat die Stadt Castrop dem Unternehmen bei, das fortan Bochum-Castroper Straßenbahn GmbH hieß. Für den zentralen Betriebshof bedeutete das den Anbau eines neuen viergleisigen Flügels im gleichen Baustil, da sich der Wagenpark mit der Erweiterung der Strecke vergrößerte. Mehrere Gemeinden gründeten 1912 die Westfälische Straßenbahn GmbH und brachten ihre Straßenbahnlinien in die neue Gesellschaft ein. Das Streckennetz erstreckte sich fortan von Herne über Castrop, Lütgendortmund und Langendreer bis nach Witten. Sitz und zentrale Werkstatt des nunmehr größten Konkurrenten der BOGESTRA wurde der Gerther Betriebshof. Den gestiegenen Ansprüchen entsprechend wurde die Wagenhalle völlig umgebaut, auf 18 Gleiseinfahrten erweitert und mit neuer Fassade versehen. Die Direktorenvilla wurde zum Verwaltungsgebäude, neben der Wagenhalle entstanden Meisterwohnhäuser. Damals erhielt der Betriebshof in wesentlichen Zügen sein heutiges Gesicht.

Seit den Eingemeindungswellen 1926 und 1929 und dem nachfolgenden Konkurs der Westfälischen Straßenbahn 1931 gehörte der Gerther Betriebshof nun der BOGESTRA und diente weiterhin als Hauptwerkstatt. Von 1957 bis 1963 wurde die Wagenhalle und Werkstatthalle wegen Bergsenkungen gründlich renoviert. Bis in das 21. Jahrhundert hinein wurden hier die sechsachsigen Großraumgelenkwagen der BOGESTRA inspiziert und repariert. Mit Eröffnung des zwischen 2003 und 2005 an der Essener Straße errichteten Betriebshofes Engelsburg verlor der Gerther Betriebshof seine Funktion und wurde im Sommer 2005 stillgelegt. Ähnliches galt für weitere Standorte der BOGESTRA im Stadtgebiet, die auf dem Areal der ehemaligen Zeche Engelsburg zusammengefasst wurden.

Heute befindet sich in dem alten Betriebshof Gerthe das neue Energieeffizienz-Gründerzentrum Bochum (EEZ). Dieses älteste Zeugnis des Straßenbahnwesens auf Bochumer Boden ist in mancherlei Hinsicht für die Entwicklung vieler öffentlicher Versorgungsunternehmen im Ruhrgebiet typisch. Auch die frühere Direktorenvilla der Kleinbahn ist erhalten geblieben und dient als Bürogebäude.
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[Industrielehrpfad Gerthe/Grumme/Hiltrop, Station Nr. 4]
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