Hans-Georg Kaiser
Zerschmettert in den Siegeshallen
Ich wollte meinen Traum beschreiben,
bei dir noch etwas sitzen bleiben.
Doch Du hast mich schnell weggezogen
und mich mit deinem Blick gewogen.
Ich sah fast wie ein Trottel aus
und irrte, sehr verwirrt, nach Haus.
Was kann ich dir von mir denn geben?
Ich gäb' dir alles, auch mein Leben.
Doch solltest du nicht immer weinen,
die Sonne soll am Sonntag scheinen.
Am Montag und an Wochentagen
mag uns der Regen dennoch plagen.
Du siehst mich an, so sehr zerissen;
ich bin ein Tor, ich kann's nicht wissen.
Ich kann mit dir nur fort mich träumen
zu fernen weiten hellen Räumen.
Doch sah ich dich im Traum dann fallen,
zerschmettert in den Siegeshallen.
Ach, du, ich musste plötzlich weinen,
entsetzlich war mir dein Erscheinen.
Du warst aus Eis und wie verwandelt.
Du hattest mit dem Tod verhandelt.
Er musste sich noch einmal wenden,
er hatte Blut an seinen Händen.
Der Traum, so tief in mir vergraben,
wird niemals wieder Ruhe haben.
Er ist nun wieder auferstanden,
macht alle Hoffnung mir zuschanden.
Ich wollte nicht, das Tränen fließen,
die dir jetzt aus den Augen schießen.
Der böse Traum: ich seh dich wanken.
Du brichst zusammen bei den Kranken.
https://hansgeorgkaisergedichte.blogspot.com/
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